POMMO Festival, Regen und andere Herbstlichkeiten

Sunday, November 07, 2010
Ile De Bréhat, Brittany, France
Nach einer langen Apfel-Einsammel-Saison, war es nun endlich so weit: Das POMMO Festival stand vor der Tür. DIe Generalprobe für die Apfelpressung war ein erster Versuch mit den Kindern der Grundschule auf der Insel. Aus diesem Anlass ist auch Claude, ein Freund von Francois, ist mit einem Freund gekommen, um Musik zu machen. Es war sehr schön zu sehen, wie sehr die Kinder den Tag genossen haben. Für uns war es etwas stressig, alles vorzubereiten, aber es war es auf jeden Fall wert. Während des Festivals, dass 3 Tage gedauert hat, sind jeden Tag Musiker und Insulaner, bzw. Ferienresidenzler, gekommen, um den "broyeur" (=Apfelzerquetscher) zu bedienen. Den meisten Saft haben wir pasteurisiert, sodass wir jetzt einen Vorrat von 150 Litern vorzüglichen Apfelsaft haben. Leider konnten wir sie nicht überzeugen, auch Cidre herzustellen...aber wir haben fermentierten, nicht pasteurisierten Apfelsaft, der auch nicht schlecht als Ersatz ist. Die ausgequetschten Äpfel haben wir dann noch weiterverarbeitet zu Kompott...VIEL Kompott. Dazu diente uns unsere nette épépineuse, immer zu etwas gut...neulich habe ich unseren Bestand inventarisiert und wir haben Massen von Tomatensaucen, Konfitüren sowieso, Kompott und dem Apfelsaft. Das sollte für den Winter reichen.
Andere Arbeiten sind jetzt vor allem das Säubern der Felder . Es ist jetzt leer und was bleibt, sind ein paar Kräuter, Kartoffeln, Karotten, Kohl...Wintergemüse eben. Dennoch möchte ich betonen, dass ich vorgestern, im November, noch frische Erdbeeren gegessen habe. Dies ist wirklich der Beweis für das brehatinsche Mikrokilma!
Heute haben wir ein Feld für Obstbäume vorbereitet. Sie sind schon einige Jahre alt und wir haben nun Pflöcke in den Boden gerammt, um die Äste an Drähten festzubinden, die stramm durch die Pflöcke verlaufen. Das soll mehr Früchte bringen, aber trotzdem finde ich es unnatürlich, den Baum so zu verunstalten.
Das Wetter hat sich jetzt auch geändert, heute haben wir im Regen und Hagel gearbeitet. Außerdem ist es der erste Tag, wo es so richtig kalt wurde. Natürlich nicht zu vergleichen mit dem frostigen Deutschland, aber schon ein Umschwung für das Paradies.
Nach dem feuchten Vormittag sind wir in die nicht ganz so feuchte Küche geschlüpft und haben das Brot vorbereitet. Da Francois und Marion bald in den Urlaub fahren, habe ich die letzten Male (ca. 1 Mal pro Woche) fleißig mitgeholfen und mitgeschrieben und das nicht ohne Erfolg, sodass ich es das nächste Mal hoffentlich alleine auf die Reihe bekomme . Ganz ohne Brotbackmaschine!
Die Besetzung hat natürlich auch gewechselt, Tim, der englische Woofer, mit dem ich die toilette sèche gebaut habe (die ürbigens IMMER noch im Betrieb ist), ist zurück gekommen und Tibur, ein Franzose, wird für ein halbes Jahr bleiben. Dafür sind JP und LN nun weg, was wirklich schade ist, denn in den beiden habe ich wirklich gute Freunde gefunden, die mir sehr geholfen haben, mich hier einzuleben. Mit LN und Tim habe ich ein Wochenende auf dem Festland verbracht, wir haben ein großes Fest Noz in Paimpol besucht und am nächsten Tag eine kleine Kräuterbaumschule namens "Le jardin de Méridoul" besucht. Diese war im Rahmen der "Scènes d'automne au jardin" geöffnet und befindet sich in Plouha, recht nah an Paimpol. Es war sehr schön dort, trotz (oder gerade aufgrund) des Herbstes sah man noch viele Blüten und die Sonne machte die ganze Szenerie noch schöner. Auf dem Rückweg haben wir eine kleine Pause in Pors Even gemacht, wo wir auf einem Felsen, neben uns das Meer, ein bisschen gedöst und die letzten wärmenden Sonnenstrahlen genossen haben.
Nächste Woche schon geht's zum Seminar nach Saint-Jean d'Angély, der nächste Blogeintrag kommt also hoffentlich von dort!
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Comments

Charlotte
2010-11-08

JP und LN sind weg! Wie schade! Wie lang bleibt denn Tim? Und wirds nicht langsam kalt auf der toilette seche?
Ich bin krank und nehm Antibiotika, aber auf dem Weg der Besserung. :-) Uni ist gut.
Vielleicht solltet ihr im Winter auf Fischfang umsteigen. Oder ihr lebt einfach nur noch von Tomatensauce, von Charley und Toni liebevoll etikettiert. :-)
Hoffe der Herbst zieht Dich nicht runter, hier ist es die letzten Tage knackig kalt, aber sonnig und weitesgehend trocken. Ich muss Stiefel kaufen. Bist Du Weihnachten eigentlich zu Hause? Toni ist jetzt in Paris.
Vermiss Dich, Bisous.
Charley

kerstina
2010-11-11

meine liebe charley, ich sitze im häuschen mit tim, der nicht weiß, wie lange er bleibt, bei sturm und regen draußen. jetzt fühle ich mich wirklich wie in der bretagne. der wind pfeift und das meer braust, manchmal hört man das donnern von wellen, die auf felsen treffen (nicht nur poesie!). ich vermisse toni auch, hoffentlich kann ich sie in paris besuchen. dich vermisse ich natürlich auch, aber immer wenn es zu schlimm wird, nehm ich mir einfach eine tomatensauce und schlürf sie herunter. dann geht's mir gleich viel besser!:)
ich hoffe, dir geht's jetzt auch besser, antibiotika sind böse, du solltest auf heilkräuter umsteigen!:P
für weihnachten kann ich dir immer noch keine genaue antwort geben, ich hab noch keinen plan...ist ja noch 1 monat hin.(argh!)
bisous bisous, du studentin

2020-04-08