La Fête des Simples

Sunday, October 03, 2010
Plounéour-Ménez, Brittany, France
Eine spontane Eingebung hat dazu geführt, dass ich dieses Wochenende mit LN in ein Département der Bretagne namens "Finistère" gefahren bin, mitten hinein ins nirgendwo (auch genannt Plounéour-Menez, übrigens ein typisch bretonischer Ortsname, "Plou" will sagen, dass es eine kleine Kirche gibt, andere Präfixe beschreiben Kathedralen, Kapellen, Kreuze...), um ein "Festival der wilden Pflanzen" zu besuchen.
Wir haben LNs süßes kleines Auto genommen und haben einen Umweg über die Küste gemacht . In Perros-Guirec haben wir eine Pause gemacht um bei Regen unsere Füße zu baden, Urschreie auszustoßen und Dinge in den Sand zu malen. In Morlaix haben wir unsere Karten für das Festival abgeholt, ein bisschen gehamstert und sind dann schließlich in die Wildnis aufgebrochen.
Dort angekommen, suchten und suchten wir, fanden aber nur den Parklatz, da das Festival erst am Samstag beginnen sollte und wir Freitag Abend angekommen sind. Also haben wir uns in einer kleinen Bar niedergelassen und siehe da, 2 Frauen konnten uns sagen, wo wir schlafen können. Wir hatten eigentlich geplant zu campen, aber da das Wetter eher dauerregnerisch war und es schon dunkel war, beschlossen wir, ihnen zu folgen. Das Ergebnis: Eine Nacht im Boulodrôme, einer überdachten Halle für das wunderbare Spiel Boule. Diejenigen, die dieses wunderbare Spiel kennen, wissen, dass man eine schöne Kiesbahn dafür braucht. Diese Kiesbahn ist nicht dazu geeignet, darauf ohne Matratze zu schlafen, wie ich euch nun versichern kann. Am nächsten Morgen war mein Rücken ein Steinklotz à la granit rose und ich hatte das Gefühl, vielleicht 30 Minuten geschlafen zu haben .
Dennoch stürzten wir uns ins Fest, das für uns mit einer conférence begann. Ein interessanter Mann hat uns von Pflanzen (konventionelle Leute würden Unkraut sagen) erzählt, anhand derer man die Beschaffenheit des Bodens erkennen kann. Es war sehr kompliziert und chemisch (und dazu auch noch französisch!), aber dennoch wirklich spannend.
Dort haben wir auch Justine und Nathalie getroffen, die als Woofeuses hier waren. Es war toll, sie wieder zu sehen und Erfahrungen auszutauschen, da wir uns sehr gut verstanden haben.
Um die Mittagszeit haben wir einen Workshop besucht, wo wir gelernt haben, mit "Unkraut" zu kochen: Galettes, Salate, Pesto, Kuchen...soooo lecker!!!! Einiges werden wir bestimmt hier nachmachen. Während des Nachmittags haben wir dann Francois und Marion getroffen, die auch gekommen sind. Auf dem Markt gab es viele Produkte für die Gesundheit, wie zum Beispiel Tisanes, ätherische Öle und vieles anderes.
Abends fand natürlich ein Fest Noz statt (wir sind schließlich in der Bretagne), das Zirkuszelt war voll und es spielten 7 Bands, bis 2 Uhr morgens . Ich war froh, nicht all zu viel Zeit in meiner Herberge verbringen zu müssen, allerdings war die zweite Nacht schon besser. Wir mussten aber früh aufstehen, da wir eine Reservation für einen balade botanique, einen botanischen Spaziergang, hatten. Es regnete noch immer und ich war nicht en bonne humeur, aber nachdem die Sonne endlich rauskam, ging es bergauf. Wir haben noch eine Demonstration mit einem Pferd gesehen, dass ein Feld gepflügt hat, beeindruckend!
Da ich keine dritte Nacht in diesem feuchten, kalten, harten Ort verbringen wollte, bin ich abends mit F+M nach Hause gefahren, was war ich froh, mein Bett wieder zu haben...

Was sonst noch so anstand: Elen, die Woofeuse der letzten Woche, ist wieder nach Hause gefahren. Dafür war ein Freund von Marion für 2 Tage hier.
Wir betreiben immer noch viel Transfo und kommen mit dem etikettieren kaum hinterher, heute haben wir "Caviar d'Aubergines" gemacht. Und weil Herbst ist, haben wir auch gleich mal gefühlte 10 Tonnen Kürbisse geerntet, ja, sie sind sehr schwer.
LN ist im Moment im Urlaub und Francois in Paris, wo Marion ihn Freitag besuchen fährt. Im Moment ist es also ziemlich ruhig hier, ein bisschen Zeit für sich, aber eigentlich nicht weniger Arbeit. Aber das Leben ist kein Bio-Bauernhof!
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2020-08-08