Das 2. Seminar in Saint Jean d'Angély

Sunday, November 21, 2010
St. Jean D'Angély, Poitou-Charentes, France
So, nun war es also so weit, all die anderen Ökos wieder zu sehen. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, als ich mich auf den Weg zu Johannes, einem FÖJ-ler in der Nähe von Quimper (im Süden der Bretagne), gemacht habe. Ich habe ziemlich lange mit Bimmelbahnen und Zwischenaufenthalten gebraucht und dann auch noch einen Bus verpasst, aber Gott sei Dank ist Évlyne, seine Einsatzstellenleiterin, nochmal wieder gekommen, um mich von der Haltestelle mit dem Auto abzuholen (es ist ja nicht so, dass die Bushaltestelle direkt vor der Haustür ist so wie im guten alten Rellingen). Es war also schon dunkel, als ich auf dem Hof angekommen bin. Ich habe mich sehr gefreut, Johannes wieder zu sehen und er hat mir voller Stolz den Hof, die 20 Schafe und die 2 Kühe gezeigt. Ich habe einmal kurz gemolken, ein merkwürdiges Gefühl, und später dann Rohmilch getrunken (gar nicht so schlimm, wie du gesagt hast Mama, im Gegenteil!). Außerdem haben sie eine Verköstigung ihrer Käse gemacht, sehr lecker. Évelyne war auch sehr nett und offen.
Am Morgen hat sie uns dann (wieder im Dunkeln) zum Bahnhof gefahren und wir haben unseren IC nach Saintes genommen, wohin wir 5 Stunden gebracht haben . Danach mussten wir nur eine kurze Strecke mit dem Regionalzug nach St. Jean d'Angély fahren und schon waren wir da. Der einzige Haken an der Sache: 4 Stunden zu früh. Wir vertrieben uns die Zeit mit rumlabern, Zeitung lesen, spazieren gehen und schlafen. Dann kamen endlich die anderen in Bussen an: Was für ein Palawer, und dann noch all diese Bisous! Wiedersehensfreude pur!
Es folgten kurze Nächte, in denen viel erzählt wurde von Verletzungen, Problemen und vor allem viel Spaß. Die Tage waren gefühlt mit einem reichaltigen Programm. Zum einen haben wir theoretische Einheiten erleiden müssen, z.B. "sprachliche und interkulturelle Aktivitäten" oder die Vorstellung aller Einsatzstellen. Zum anderen gab's auch praktische Arbeit: An einem Tag konnten wir zwischen 3 Ateliers wählen: Ein Naturschutzgebiet der LPO nach einem Sturm vom Müll befreien, die "Ferme de Chassagne" (wo ich mich auch beworben hatte) besuchen oder zu Mélanie Boursin auf eine fromagerie fahren. Ich habe letztere Option gewählt, weil ich ja schon immer mal Käse machen wollte . Außerdem ist Maria dort FÖJ-lerin, mit der ich mich ziemlich gut verstanden habe diese Woche. Es war das Highlight des Seminars für mich, denn die Sonne schien, während wir Schilder mit süßen Ziegen gemalt, den Hühnerstall aufgemotzt und Käse gemacht haben. Abends wurden noch die Ziegen mit der Maschine gemolken. Und natürlich haben wir gaaaaaaaaaanz viel Käse gegessen, ich würde behaupten, den besten Käse der Welt.
An einem anderen Tag haben wir eine Exkursion ins Marais Poitevin gemacht, das wir im Kanu unter Regen singend erkundet haben. Danach gings noch nach La Rochelle, wo wir zu Abend gespeist haben.
Außerdem haben wir mit der ganzen Gruppe eine dégustation gemacht, zu der jeder Produkte von seinem Hof oder aus seiner Region mitgrebacht. An dem Abend strahlten alle so viel Glück und Stolz aus...die ersten 3 Monate sind geschafft und bei denen meisten ohne Mühe.
Die Zeit verging sehr schnell und schwups, ging es auch schon wieder Richtung Heimat. Mit Johannes bin ich zurück nach Quimper gefahren und habe dort bei Freunden von Évelyne übernachtet. Sie waren sehr nett, haben mir ein Picknick vorbereitet und mich am nächsten Tag zum Bahnhof gebracht.
Die Reise war ein bisschen lang und als ich dann endlich in Paimpol angekommen war, musste ich nochmal auf den Bus warten. Dort habe ich dann JP getroffen und war sehr froh, ihn zu sehen. Zusammen mit einer Freundin von ihm sind wir dann auf die Insel geschippert, bei hohem Wellengang, ich durfte nicht draußen bleiben. Auf dem Hof angekommen, war ich sehr müde, aber auch zufrieden. LN war wieder da und F + M sind nun endgültig im Urlaub. Nun geht das Arbeitsleben morgen wieder los...meine Hände sind einfach zu sauber!
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2020-08-08